Chronik - "Gemütlichkeit 1899" Türkenfeld e.V.

 

Ende des vorigen Jahrhunderts, am 6. November 1899 wurde der Schützenverein "Gemütlichkeit" Türkenfeld von den damaligen Burschen

Kaspar Bichler, Sixtus Bichler, Gottfried Hartl, Konrad Herb, Georg Knoller und Cyrillus  Schneller gegründet. Es war zu der Zeit die einzige Möglichkeit der sportlichen Betätigung und für die noch körperlich schwer arbeitenden jungen Männer der sinnvollste Ausgleichsport. Zudem bot so ein Verein die Möglichkeit des gesellschaftlichen Beisammenseins. Diesem Vereinszweck wurde offensichtlich auch eine entsprechende Bedeutung beigemessen, da der Schützenverein "Gemütlichkeit" getauft wurde. Das Vereinslokal wurde die Gastwirtschaft des Gründungsmitgliedes Gottfried Hartl, wo man bereits am 11. November 1899 mit dem Übungsschießen begann.

 

 

 

Aufnahme von 1902

Obere Reihe v.l.: Herb Konrad, Hartl Gottfried, Müller Andreas,
Patriz Karl, Steber Karl, -- --, Gistl Johann
Am Tisch sitzend: Huß Joseph, Gail Kasper, Bichler Kasper, Knoller Georg, Thalmayr Severen, Müller Silverius, Bauer Georg
kniend: Schneller Rasso, Schneller Cyrillius
liegend: Steer Vitus, Schöttl Martin
Kellnerin: Hartl Kreszenz (Schwester von Hartl Gottfried)

 

 

Im Jahre 1912 konnte der Verein seinen bisher größten Erfolg verbuchen; Kaspar Bichler war beim Oktoberfestschießen Landesschützenkönig geworden. Der Schießbetrieb, der in den Kriegsjahren 1914 bis 1918 ruhte, lebte 1919 unter dem Schützenmeister Andreas Huß wieder auf. In der schweren Zeit der Inflation 1923 wurde unter dem Schützenmeister Pius Rehm die erste Fahne geweiht. Die Patenschaft hatte der Schützenverein Emmering übernommen. Aus der Überlieferung weiß man, daß für die Fahne als Zahlungsmittel nicht Geld, sondern Weizen verlangt  wurde, da das Geld buchstäblich nichts wert war.

 

  

Aufnahme von 1911

stehend v.l.: May Johann, Megele Ignaz, Gistl Johann, Peischl Sylvester, Hartl Hans, Huttner Joseph (Siegl) Michl, Dehm, Hartl Gottfried, Pittrich Josef, (Säger) Seidlmeir Simon, Winter Benedikt (Wildgruber)
2. Reihe sitzend: Thalmayr Johann (Schmied), Pittrich Josef (Hohenzell), Huß Andreas, Bichler Kasper, Schneller Cyrilus vor Schneller Mühlbauer, Patritz Karl
vordere Reihe: Widmann Josef (Leicher), Dietrich Thomas, Pittrich Xaver, Dietrich August, Schmid Georg (Pederbauer), Hartl Otto (Wangermann)

 

 

Im Jahre 1924 übernahm der Verein bei den Schützen in Oberschweinbach und Kaltenberg die Patenschaft bei der Fahnenweihe. Weitere Ereignisse waren in dieser Zeit das Gauschießen 1925 in Türkenfeld und die Patenschaft bei der Schützengesellschaft Inning im Jahre 1927. Mit der Aufnahme des Kleinkaliber-Schießens im Jahre1933 begann für den Verein eine neue Epoche. Die Schützen Joachim Schöttl, Thomas Winterholler, Karl Schmid, Xaver Kramer und Konrad Herb verdienen durch ihre Mithilfe besonders erwähnt zu werden.

 

Unter dem Schützenmeister Konrad Herb entstand in der ehemaligen Kiesgrube ein Kleinkaliber-Schießstand. Es wurde auf 50 Meter Entfernung liegend, kniend und stehend geschossen. Bei den KK-Schützen bildete sich bald eine gute Mannschaft, die auf Grund des guten Kameradschaftsgeistes, verbunden mit Idealismus und Einsatzbereitschaft sehr beachtliche Leistungen erbrachte. In den Jahren 1937, 1938 und 1939 errangen sie die Unterkreismeisterschaften im Kreis 1 Groß-München. Bei diesem Schießwettbewerb erreichte Schützenmeister Konrad Herb in den Jahren 1934 und 1939 durch hervorragende Leistungen die Einzelmeisterschaft. Die Mannschaft, die aus den Schützen Andreas Dietrich, Josef Hartl, Konrad Herb, Otto Huttner, Josef Pittrich und Joachim Schöttl bestand, konnte bei der Kreismeisterschaft 1938 in München unter 18 Mannschaften einen ausgezeichneten 3. Platz belegen. In dieser Blütezeit des Vereins war Konrad Herb nicht nur Schützenmeister, sondern auch Meisterschütze der Gesellschaft. Sieben Vereinsmeisterschaften, drei Gaumeisterschaften und die goldene Ehrennadel, die er 1939 beim Reichskrieger-Bundesschießen mit 167 von 180 möglichen Ringen erreichte, waren Beweis seines sportlichen Könnens.

 

Nicht nur Sportlich, sondern auch Gesellschaftlich zeigte sich der Verein.

 

Neben Schützenbällen waren die Sylvesterfeiern mit Theater und Konzert der Blaskapelle sehr beliebt. Im Verlauf des zweiten Weltkrieges kam 1944 das Vereinsleben ganz zum erliegen. Nach Kriegsende fielen alle Gewehre einer Vernichtungsaktion zum Opfer. Als einziges blieb die Fahne erhalten. Nach dem Krieg war es längere Zeit nicht mehr erlaubt, dem Schießsport nachzugehen. Als diese Bestimmungen der Besatzungsmacht gelockert wurden, kam auf Anregung des früheren Schützenmeisters  Konrad Herb eine Wiedergründung am  6. Januar 1951 zustande.

 

1959 feierte der Verein sein 60 jähriges Gründungsfest mit einem großen Preisschießen.

 

Im Jahre 1966 stellte man erstmals eine Mannschaft zur Teilnahme bei den Rundenwettkämpfen des Schützengaues Fürstenfeldbruck.

 


 

 

 

Bei der Generalversammlung im Oktober 1973 entschied man sich, zum 75 jährigen Jubiläum eine neue Vereinsfahne anzuschaffen. Am 14.Juli 1974 wurde das  75-jährige Gründungsfest abgehalten und unsere Neue Fahne von Pfarrer Gabriel Haf feierlich geweiht. Die Patenschaft übernahm der Schützenverein Almenrausch Steinbach-Eresried.

 

 

 

 


Da durch die vielen Veranstaltungen im Gasthaus Hartl der Turnusgemäße Schießbetrieb (für Übungsabend und Rundenwettkämpfe mußten immer wieder die Termine verschoben werden) nicht mehr gewährleistet war, und man wußte, daß sich ein Raum unter den Kegelbahnen im Gasthaus Drexl als geradezu geschaffen für eine Schießanlage anbot, wurde mit Herrn Drexl verhandelt und er stellte den Raum dem Schützenverein zur Verfügung. So wechselte man unter Führung von Schützenmeister Walter Dürl im November 1974 das Vereinslokal und zog ins Gasthaus Drexl. Am 29. November begann man schon mit den Arbeiten für die neue Schießanlage. Einige Schützen nahmen sogar Urlaub, um den Bau des neuen Vereinsheimes voranzutreiben. Insgesamt wurden 1.407 Stunden an der neuen Schießanlage mit Schützenstüberl‘l gearbeitet. Für Planung und Organisation war 2. Schützenmeister Karl Schmid zuständig, der auch auch kräftig Hand anlegte. Die meisten Arbeitsstunden hatte jedoch Kassier Karl Gröger auf dem Buckl und verdient besonderes Lob für die Meisterhafte Schreinerarbeit. Die Materialkosten für die Schießanlage zahlte der Schützenverein, die Materialkosten für das Schützenstüber‘l  übernahm unser neuer Vereinswirt Drexl. So Konnte man schon am 25. Januar 1975 Hebauf feiern, dazu stiftete unser neuer Vereinswirt jedem einen Schweinshax‘n. Die Einweihung des neuen Schützenheimes konnte bereits am 15.März 1975 stattfinden und wurde in Verbindung mit einem Starkbierfest abgehalten. Die Kirchliche Weihe übernahm Pfarrer Gabriel Haf.

Schützenmeister Walter Dürl konnte zahlreiche Ehrengäste begrüßen, darunter auch eine Abordnung vom Schützengau. Zur Unterhaltung spielte die Blaskapelle Türkenfeld unter der Leitung von Xaver Bichler.

 

 

Vom 19. bis 21. März wurde im neuerbauten Heim der 1.Schützenkönig ausgeschossen. Erfolgreicher Schütze war Dietmar Kleinert mit einem 5-Teiler.

 

 

 

 

 

Zum 70.Geburtstag von Ehrenschützenmeister Konrad Herb wurde am 9. April 1976 ein Geburtstagsschießen abgehalten. Zu diesem Schießen waren auch

die Nachbarvereine aus Zankenhausen, Steinbach, Pflaumdorf  und Hausen eingeladen.

 

 

 

Bei der Jahreshauptversammlung am 18.September 1976 verzeichnete man einen Wechsel der Vereinsführung. Walter Dürl legte sein Amt als 1. Schützenmeister nach 20-jähriger Tätigkeit nieder.  Sein Nachfolger wurde Karl Schmid.

 

Am 1. Dezember 1979 feierte man das 80-jährige Gründungsfest. Zu der Feier waren ca. 200 Personen gekommen. Für das leibliche Wohl sorgte Familie Drexl mit einem kalten Buffett. Zu diesem Jubiläum wurde auch die Schießanlage auf elektrische Stände umgebaut.

Beim Königsschießen am 12. Januar 1985 gab es eine Überraschung. Karin Kiefer gelang der beste Schuß und wurde mit einem 19,5-Teiler Schützenkönigin. Zum letzten Mal hatte 1962 mit Anna Hartl eine Frau die Königswürde errungen.

 

 

 

 

 

Im Jahr 1994 gelang der 1. Mannschaft der Aufstieg

in die Gau-Liga.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ebenso konnte  die 2. Mannschaft 1994  den Aufstieg in die  B-Klasse erringen.

 

 

 

 

1994 wurde aus einer Idee der Öffentlichkeitsarbeit des Vereins die erste Dorfschützenmeisterschaft mit großem Erfolg durchgeführt. Zu diesem Schießwettbewerb bewarben sich 38 Mannschaften zu je 4 Teilnehmer aus dem Ortsbereich Türkenfeld. Gruppierungen aus Vereinen, Stammtischen, Freundeskreisen und Firmen bis zu willkürlich gegründeten Gruppen mit den einfallsreichsten Mannschaftsnamen standen an den Schießständen. Der Höhepunkt dieser Meisterschaft war dann die Siegerehrung, die Musikalisch von der Örtlichen Blaskapelle umrahmt wurde. Da diese Dorfschützenmeisterschaft so großen Anklang gefunden hatte, beschloss man, diese alle 4 Jahre durchzuführen.

 

 

Nachdem 1990 der Pachtvertrag mit Vereinswirt Drexl abgelaufen war und kein weiterer längerfristiger Vertrag zustande kam, sowie Schützenmeister Josef Aumiller den Verein in gesicherten Unterkunftsverhältnissen wissen wollte, wechselte man 1996 nochmals das Vereinslokal und zog zurück ins Gasthaus Hartl, wo man im Kellergeschoß eines Neuerrichteten Gebäudes eine Schießanlage mit 9 Ständen und Schützenheim ausbaute, da wurde auch wieder unser Hausschreiner und Schützenkamerad Karl Gröger gebraucht, der wieder mit vielen Helfern den Aufwendigen Ausbau des Schießanlage und Schützenstüberl’s  übernahm und so konnte bereits Ende November mit dem Schießen begonnen werden.

 

Am 14. November 1997, als die letzten Feinarbeiten abgeschlossen waren, gab's dann die große Einweihungsfeier im Hartlsaal, die von unserer Örtlichen Blaskapelle Musikalisch umrahmt wurde. Unsere Neuen Räume wurden von Pfarrer Georg Kapfer eingeweiht. Im Anschluß wurde die Preisverteilung vom vorangegangenen Eröffnungsschießen mit mehreren Nachbarvereinen durchgeführt.

 

von links:  Wilfried Dosch, Hermann Prummer, Michael Pittrich und vorne Claus Mair.
von links: Wilfried Dosch, Hermann Prummer, Michael Pittrich und vorne Claus Mair.

 

 

 

 

 

 

 

Einen neuerlichen sportlichen Höhepunkt konnte die 1. Mannschaft bei den Rundenwettkämpfen im Jahr 1998 verzeichnen, ihr glückte der Aufstieg in die Gau-Oberliga.

 

Dank der guten Jugendarbeit von Jugendleiter Werner Flinspach konnte auch die Schützenjugend in den letzten Jahren gute Platzierungen bei Jugendwettkämpfen und Meisterschaften erreichen.

 

Die vielen Aktivitäten wie Sommerbiathlon, Tag der offenen Tür im Schützenheim, sowie Spiele-Nachmittag und Jugendausflug sind bei den Jugendlichen sehr beliebt, dies sorgte in den letzten Jahren zu einem enormen Anstieg der Mitglieder in der Schüler und Jugendklasse.

 

 

 

 

 

 

 

Vom 9. bis 11. Juli 1999 wurde das 100-jährige Gründungsjubiläum mit einer Festwoche gefeiert, dazu wurden 82 Vereine eingeladen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Festabend  zum Gründungsfest fand am 22. Oktober im Hartlsaal statt und wurde von unserer Örtlichen Blaskapelle Musikalisch umrahmt.

 

Unsere Schützenmeister seit Gründung im Jahr 1899
Konrad Herb 1899, Sixtus Bichler 1900, Georg Knoller 1901, Georg Bauer 1904, Andreas Huß 1911, Hans Thalmayr 1912, Andreas Huß 1919, Josef Pittrich 1920, Bernhard Linsenmann 1921, Pius Rehm 1922, Anton Rehm 1925, Josef Niedermeir 1926, Konrad Herb 1932-1944, kein Schießbetrieb von 1944-1951, Konrad Herb 1951, Johann Hermann 1952, Xaver Kramer 1954, Walter Dürl 1956-1976, Karl Schmid 1976-1984, Josef Aumiller 1984-2000, Claus Mayr 2000-2006, seit 2006 Josef Aumiller jun.

 

Konrad Herb - Schützenmeister 1899, 1932-1944 und 1951
Konrad Herb - Schützenmeister 1899, 1932-1944 und 1951
Walter Dürl - Schützenmeister1956 - 1976
Walter Dürl - Schützenmeister1956 - 1976